Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
693
Einzelbild herunterladen
 

Abhandlungen. 69z

sollten. Wo sie sich aber nach einer andern Zufluchtumsehen würden, so würden sie sich ärgern und um-kommen, und nicht wissen, welches die wahre Kir-sche wäre *. Kann man auch nur einen evangelischenLehrer zeigen, welcher die Lehre von dem Ansehen derKirche anders vorgetragen hätte?

Wenn die römischen Gottesgelehrten von der Kir-che reden, welcher sie ein so großes Ansehen geben, soverstehen sie nicht alle diejenigen darunter, welche dieWahrheiten der geoffenbarten Religion bekennen; alleLayen werden davon ausgeschlossen; denn wie sollteder Pöbel wissen, waö recht ist? Sie verstehen unterder Kirche nicht einmal alle Lehrer, sondern unterdiesen nur die Bischöfe, vornehmlich aber den römischenBischof mit allen seinen Vorfahren. Dossver redet im-mer von einer Kirche, wo Petrus und seine Nachfol-ger den ersten Rang und die oberste Gewalt haben,und von denen man, wie er sagt, in einer ununter»brochnen Reihe bis auf Christum zurückgehen kann»Es kann so schwer nicht seyn, alle diese Bischöfe, wel-che man die Kirche nennt, zu überzählen. Man kenntsie, man kennt ihre Irrthümer, man kennt ihre La-ster. Die Geschichtschreiber ihrer Zeiten haben unsdie Denkmäler ihrer Verbrechen hinterlassen. Sollman die römischen Gottesgelehrten, welche den evan-gelischen Kirchen bestandig einen Vorwurf machen,daß sie sich von der Gemeinschaft ihres Bischofes ab-gesondert haben, die sie für die alte wahre Kirche hal-ten, soll man sie, sage ich, in das zehnte Jahrhundertzurückführen, und sie an einen Johann den XII erin-nern, der seine Nachfolger zuerst gelehrt hat, ihreNamen bey ihrer Gelangung zur päbstlichen Würde zuverändern? Luitprand* der damals in Italien gewesen

Xrz ist,* I-uirxrnä. ttiü.Ubr. 6. c.6.?. 5.1x4.