Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
692
Einzelbild herunterladen
 

692 Anhang einiger historisch-critischen

gen geistlichen Orden, wie sie; die Taufe, wie sie; dasAbendmal, und alles übrige, wie sie; endlich auchChristum , wie sie. Wenn also iemand wissen will,welches die wahre Kirche Christi ist, woher soll ersie bey einer Aehnlichkeit, welche so groß ist, daß er einemit der andern vermengen kann, woher sage ich, kanner die Kirche Christi anders erkennen, als durch dieSchrift? Vorzeiten konnte man durch die Wundererkennen, was wahre und falsche Christen waren.Wie so? Die falschen Christen konnten entweder kei-ne Zeichen thun, wie die Christen, oder sie konnten sichnicht durch solche Wunder rechtfertigen, wie die Chri-sten thaten, und daran erkannte man die wahren und^falschen Christen. Nunmehr aber ist die KraftWunder zu thun verringert worden; ja man wirdbey denen, die falsche Christen sind, noch mehr Wun-der finden, ob sie gleich erdichtet sind. Denn demAntichrist soll eine volle Macht gegeben werden, Zei-chen zu thun. Vorzeiten erkannte man die wahren«»Christen an ihren Sitten, da noch die Gesellschaftentweder aller oder der meisten Christen heilig war,da die Ungläubigen hingegen auch unheilig waren.Nun aber sind die Christen entweder eben so, oder nochschlimmer, als die Keßer und Heiden.Man findet sogarbey denen, welche sich von der Kirche absondern, nochmehr Enthaltsamkeit, als bey den Christen. Weralso erkennen will, wo die wahre Kirche ist, wie willer sie anders erkennen, als durch die heilige Schrift?Der Herr sah vorher, was für eine große Verwir-rung in unsern Tagen zukünftig wäre; er befahl alfo,daß die Christen, die in der Christenheit seyn wür-ben, und im wahren Glauben bestätigt zu werden»Münschen, zur Schrift allein ihre Zuflucht nehmen

sollten.