Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
691
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Abhandlungen.

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nicht die Kirche vor, daß wir unsre Zuflucht zu ihrnehmen sollen. Er verlangt, daß man sie fleißig le-sen, sorgfältig überdenken, andächtig beten, und miteinem anhaltenden Eifer betrachten soll^.

Man findet in den Werken des heiligen Chrysosto«muö eine unvollendete Auslegung über den Evange>listen Matthäus, welche diesem Kirchenvater gemei-niglich zugeschrieben wird. Es ist uns nur noch dielateinische Ueberseßung davon übrig. Der Verfassenderzum weiugsten an die Zeiten des ChrysostomuS reicht,wenn er es nicht ist,stellt in der 49 Homilie eine Verglei-chung zwischen dem jüdischen Lande, dessen Verwüstungder Heiland weißagt,und zwischen der christlichen Kirche Matth.an, welche zu seiner Zeit von Ketzereyen zerrüttet wur-de. Aus dieser Vergleichung, die viel Schönes ent-hält, will ich nur eine Stelle anführen.Die Kircheist auf heiligen Bergen gegründet; diese heiligen,>Berge sind die Schriften der Apostel und Prophe-ten. Warum svll man aber seine Zuflucht zur hei-ligen Schrift nehmen? Weil nunmehr, nachdemdieKirche mit Keßereyen überschwemmt worden ist, die»wahre Christenheit keinen andern Beweis haben,undfür die Christen keine andre Zuflucht seyn kann, alsdie heilige Schrift. Vorzeiten konnte man dieKircheChristi und das Heidenthum durch vielerlei) Kenn-zeichen unterscheiden; nunmehr können diejenigen,welche wissen wollen, welches die wahre Kirche Chri-sti ist, solches nicht anders erkennen, als durch dieheilige Offenbarung. Warum? Weil alles, wasChristi wahren Bekennen? zugehört, die Ketzereycn inallen ihren Secten auch haben; sie haben Kirchen, wiedieRechtgläubigen; sie haben sogar dieheiligcnSchrif-ten, wiesle; sie haben Bischöfe, wie sie; die übn-

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