Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
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der Welt. Erster Abschnitt. 35

Die Unruhen in den abendländischen Reichen Jabr nachdauerten noch immer fort, und wurden durch neuevermehrt. Lothar in Austrasien beschuldigte seine 86c?/ 862Gemahlinn, Thietberga, des Ehebruchs, damit er 8bzmit Waldraden einen begehen könnte. Ludwig in ^"Deutschland erfuhr, was er ehedem seinen Vater ^hatte erfahren lassen; sein Sohn, Carlomann, em- ^/pörte sich wider ihn. Indeß starb Carl von Pro» ^.vencc. Nach seinem Tode wollte zwar sein BruderLothar erst allein erben, endlich aber war er doch ge-zwungen, seine Lander mit seinem andern Bruder, Lud-wig dem zweyten, zu theilen. Allein er genoß dieseErbschaft nicht lange. Seine Liebe gegen Waldraden,welche von seinen Bischöfen gebilliget, und vom rö-mischen Bischöfe, NicolauS, verworfen wurde, er-füllte sein Leben mit immerwährenden Unruhen.NicolauS, der an Benedicti Stelle, eben wie seinVorfahr, ohne die Einwilligung des Kaisers, erwähltworden war, behauptete das eigenmächtig angemaßteRecht der römischen Bischöse über weltliche Fürsten,in Ansehung Lothars, mit einem ungewöhnlichenNachdrucke. Er sollte vor ihm erscheinen, und sichwegen seiner geliebten, und in den Bann erklärten, 867Waldrade rechtfertigen. Er gieng auch, unter Ha- 868drian dem zweyten, dem Nachfolger des Nikolaus,nach Rom , that einen falschen Eid, und weil er balddarauf starb, so ward sein Tod als eine gerechteStrafe dafür angesehen, daß er den StcttthalteeGottes hintergangen hatte, welcher auö geheimenUrsachen sich der höhcrn Eingebung, die ihm allezeitzu Gebothe steht, nicht bedienen wollte, seinen falschenEid zu hindern.

C - Noch