Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
36
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?6 Einleitung in die allgem. Geschichte

I.ihr nach Noch seuftte der Orient unter Michaels Tyran-Chr. Gcb. Verschwendung. Bardaö, welcher dem

Z?»,c»?<^. Reiche so wichtige Dienste geleistet hatte, war aus856 einem vielleicht gegründeten Argwohne, daß er dasReich von diesem Ungeheuer zu befreyen suchte, um-gebracht worden. Basilius hingegen, von Geburtein Armenier, der sich/ungeachtet seiner Armuth, durchTapferkeit und große Eigenschaften emporgeschwun-gen hatte, wurde vom Kaiser in die erledigte Würdedes Bardaö erhoben. Allein weil er nicht glaubte,daß Schmeichelei) Dankbarkeit wäre, und Michaelnallzufreymürhig bestrafte: so wurde er verhaßt. DerKaiser suchte einen seiner Narren, dem er königlicheKleider anziehen ließ, in seine Würde zu erheben, und867 den Basilius umbringen zu lassen. Dieser kam ihmzuvor, und bemächtigte sich, nachdem Michael ge-tödtet worden war, des kaiserlichen Thrones. Soward eine Bosheit mit der andern vergolten! Basi-lius war ein Fürst von großen Verdiensten, der selbstregierte, den Schmeichlern und Possenreißern desvorigen Kaisers die dem Staate geraubten Schatzewiedernahm, und sich allezeit als einen Freund undO»?/»/.«-. Schußgott der Gerechtigkeit bezeigte. Unter ihmS-?/». /. c. mußte Photius , ob er sich gleich zeither wider den ab-/^?- gesetzten Jgnatius, und wider die Verfolgungen derrömischen Bischöfe, vor die, nach den Kirchengesetzen,diese Angelegenheit nicht gehörte, immer noch erhal-ten harte, dennoch seinem Feinde weichen, und sichdes Patriarchats beraubt sehen. Der Streit betrafnur eine bischöfliche Würde. Gleichwohl waren allediese Unruhen der vornehmste Grund zu der großenTrennung zwischen der griechischen und römischenKirche.

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