Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
297
Einzelbild herunterladen
 

Zweyter Abschnitt. 297.

sten Verfolgungen zu vertilgen sucheten, nicht beschul-digen, daß sie leichtgläubig und einfältig gewesenwaren, und sie thun es auch nicht- Porphyr undIamblichius sind in ihren Augen die größten Gei-ster. Diese alle aber beschuldigten unsern Jesumkeines Betruges. Einige sagten zwar, daß er durchdie Magie, welche sie nicht allein für eine wahre,sondern auch für eine göttliche Kunst hielten, feineWunder verrichtet hatte; sie verehreten ihn aber fastalle als einen weisen Mann, und ein Alexander Ge-verus, ein römischer Kaiser, setzte sogar sein Bildmßzu den Bildnissen eines Orpheus und Apollomus,und erwies ihm beynahe eben die Ehre, die er sei-nen Hausgöttern erwies. Alles dieses geschah imzweyten christlichen Jahrhunderte, wo es so leichtgewesen wäre, Betrügereyen zu entdecken. Kannman wohl in den neuern Zeiten einen Betrüger zei-gen, der zwey Jahrhunderte in dem Besiße der Ehre,kein Betrüger zu seyn, gelassen worden wäre? Sieb-zehnhundert Jahre hingegen bleibt unser Erlöser indem ruhigen Besiße der Ehre, die erstaunlichen Wun-der verrichtet zuhaben, welche unsere Offenbarungerzählet. Selbst die ältern Juden, die Nachkommenseiner Mörder, welche nicht einmal die ungereimtestenund die ganz kindischen Aussprüche und Erzählungenihrer Vorfahren untergehen lassen, sondern heiligvon einem auf den andern fortpflanzen, gestehen dieWahrheit dieser Wunder ein. Endlich kommen,nach mehr als anderthalb tausend Jahren, gewisseweise Leute, die sich weise zu seyn rühmen; denn manweis von ihnen eben nicht, daß sie große Erfinderoder Verbesserer irgend einer Wissenschaft oderKunst wären; ein Lollm, und vornehmlich ein

T 5 N>osl-