Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
373
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Zweyter Abschnitt. 37?

aus der Jungfrau einen Leib bildete, und er lag solange, alö wir, unter der Brust seiner Mutter.Nachdem er ein göttliches Leben geführet, und durchtausend Wunder bewiesen hatte, daß er der verspro-chene Erlöser wäre, wurde er, wie sich der nur ange-führte Märtyrer ausdrücket, im Angesichts des Him-mels, der Erde, und der Hölle wirklich gekreuziget,und starb eines wahren Todes. Irenaus erklärte /.F.die Ursache seiner Menschwerdung nach dem Sinne ^der göttlichen Offenbarung. Es mußte nämlich der»jenige, welcher' die Sünde zu tödten, und den Men-schen, der des Todes schuldig war, zu erlösen anfing,das werden, was der Schuldige war, nämlich einMensch, der von der Sünde zum Sclaven gemachtworden war, und von dem Tode gefangen gehaltenwurde, damit die Sünde von einem Menschen ge-tödtet würde, und der Mensch dadurch von dem Todefrey würde. Ignarius ermahnete um deswillen die H««?.Trallenser zur Standhaftigkeit: Seyd Nachahmer ^'«^der Leiden Jesu Christi und seiner Liebe, der sich füruns zur Erlösung gegeben hat, damit er uns durchsein Blut von unserer alten Gottlosigkeit reinigte, unduns das Leben gäbe, da wir schon wegen der Bos-heit, die in uns war, verloren zu gehen ansingen.Christus war also nicht bloß in der Absicht erschie-nen , den Menschen ein Vorbild zu seyn; ein Irr-thum , den die rechtgläubigen Christen an den Gno-stikern verabscheueten. Ein Irenaus lehrete aus-drücklich, daß er gekommen wäre, die Menschen durchseinen Gehorsam zu rechtfertigen, und ihnen die Se»ligkeit zu schenken. Dieser Erlöser war also die Ur-sache unserer Seligkeit, wenn wir unser Elend erken-nen, Buße thun, an ihn gläuben, und heilig wandeln.

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