Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
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46c> Geschichte der christlichen Religion.

seinen Beleidigern leutselig begegnen konnte. Allemseine übertriebene Ergebenheit für den römischen Gö-tzendienst, seine Hochachtung für die Philosophen, undsein Haß gegen die Zauberey, deren die Christen be^schuldigt wurden, bewogen ihn, dieselben zu verfol-/. 4. gen. Besonders wiegelte ihn ein cynischer Philosoph,/6. Crescens auf, der den Christen ungescheut die größ-ten Verbrechen aufbürdete, vom Iujnnus, demMärtyrer, aber überführt wurde, daß er nicht alleinunwissend, sondern auch ein Verleumder wäre. DieGröße dieser Verfolgung beweisen allein schon diehäufigen Schutzschriften der Christen. Justmus,der Märtyrer, Melito von Sarden, Apollinaris von Hierapoliö, Atbenagoras, und NAltiadesvertheidigten die gedrückte Religion. Unterdessen er-wiesen diese Schutzschriften zwar die Unschuld der Chri-sten ; alleii, sie retteten sie nicht von der Verfolgung.Man war des Todes schuldig, so bald man bekannte,

/,5/?/»,<?/,.-.daß man ein Christ wäre. Das Lesen der Prophetenund selbst der heidnischen Schriftsteller wurde ihnenuntersagt, weil die Gläubigen das Heidenthum durchdas Heidenthum selbst bestritten. Auch war es ein Ver-brechen, sich zu rechtfertigen, oder ihre Schutzschriftenzu lesen. Den Christen wurden ihre Sclaven, ihreWeiber, und ihre Kinder genommen; man brachtesie auf die Folter, mit dem Vorsatze, ihnen ein Ge-ständniß solcher Verbrechen abzuzwingen, welche dieHeiden öffentlich und selbst als gottesdienstliche Hand-lungen begiengen, die Christen aber heimlich begehen/. 4. sollten, polycarpus, ein Bischof von Smirna,

c^/. /Z.?. 5,^. noch mit den Aposteln umgegangen war, wurdeverbrannt. Eilf andere Märtyrer von Philadelphiawurden, nachdem sie vorher auf Austerschalen und

spitzigen