Zweyter Abschnitt. 46z
tert, den Thieren Preis gegeben und endlich erstochen.Zuletzt führete mnn auch die Blandina mit ihremfünfzehn jährigen Bruder, ponricus aufden Schau-platz. Dieser standhafte Jüngling starb unter denbeständigen Aufmunterungen seiner Schwester auf derFolter. Blandina wurde mit Ruthen gepeitscht, inein Netz gespannt, von einem wilden Ochsen zu ver-schiedenen malen in die Luft geworfen, und endlich er- ,stochen. Nachdem alle Märtyrer hingerichtet waren,nahmen die Heiden ihre Leiber und verbrannten sie,und ihre Asche wurde in die Rhone geworfen. Manspottete ihrer Großmuth und Standhaftigkeit bey ih-ren Martern und sagte: Nun lasset uns sehen, ob sieauferstehen werden, wie sie sich eingebildet haben.Man kennet noch andere Märtyrer, die in dieser gros-sen Verfolgung gelitten haben sollen; allein wir über-gehen sie mit Stillschweigen, weil die Nachrichten,die man von ihnen hat, nicht die zuverläßigsten sind.
Nach dem Tode des Kaisers Marcus Aurelius genoß die Kirche unter dem Commodus und seinen er-sten Nachfolgern einige Ruhe, obgleich an mehr alseinem Orte einige Christen dem allgemeinen Hasse derHeiden wider die Christen aufgeopfert wurden. Unter V^. ^dem Severus aber wurde die allgemeine Verfolgung ^k^il^.derselben erneuert. Die Kaiser waren seit langen Zeitenabgöttischer Ehrenbezeugungen gewohnt. Severuswollte, daß man ihm dergleichen nach seinem Siege überseinen Mitbuhler um den Thron, Minus, auch er-weisen sollte. Die Christen unterließen solches. Sei-ne Gemahlinn, Julia Donna Augusta, war die eift-rigste Abgötterinn und der Charakter seines Lieblings,des Plaurianüs, war die Grausamkeit. Hierzu kamdie Empörung der Juden, welche noch immer mit- dm