464 Geschichte der christlichen Religion.
den Christen verwechselt zu werden pflegten. DieChristen selbst breiteten sich immer weiter aus; sie hiel-teil häufige Zusammenkünfte; sie wurden reich; allesdieses konnte von Verleumdern nicht allein gemis-braucht werden, sie als übelgesinnte Unterthanen ver-dächtig zu machen, sondern reizte auch theils den Haß,7e,-?tt//. theils den Eigennuß und Geiz der Heiden zur Verfol-gs/, c. 45. gungan, zumal da sie sich beklageten, daß ihre Tempelalle Einkünfte verlören, welche zur Erhaltung desGötzendienstes gewiedmet waren. Die Verfolgungsing sich in Rom ohne einen ausdrücklichen Befehl desKaisers an. Das Volk, welches die christliche Re-ligion für die Ursache aller gemeinen Plagen ansähe,vcrlangcte, daß ihre Anhänger den Löwen vorgewor-fen werden sollten. Der christliche Name war ihr/</. c. Verbrechen. Allein da es sonst die Gewohnheit derRichter ist, den Verbrecher zu strafen, wenn er seinVerbrechen gesteht: so spannte man hier die vorge-gebenen Verbrecher auf die Folter, daß sie ihr ver-mcyntliches Verbrecheil leugnen sollten. Schon wa-ren viele Christen,theils durch die Wuth des Schwers-tes, theils durch die Wuth der wilden Thiere, theilsdurch andere grausame Martern hingerichtet worden,als Severus noch mehr Oel in dieses Feuer goß, da er denBefehl bekannt machte, daß künftig niemand wederein Jüde noch ein Christ mehr werden sollte. InAlerandrien wurde Leonidas, den sein damals sieb-zehnjähriger Sohn, Origenes , zur Standhaftigkeitim Glauben ermahnete, mit der Bitte, daß er ihmund seinen sechs andern noch kleinern Brüdern zu ge-fallen, die Religion nicht verleugnen möchte, ent-hauptet. Marcella wurde verbrannt) ihre TochterPoramiana aber, welche weder in die unkeuschen Be-gierden