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Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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5O2 Geschichte der christlichen Religion.

Religion zu verwahren. Ein Hegesippus redetStt/?S. /^-.beym Eusebius zuerst von einer kleinen Säule, welchedie Christen über dem Grabe des Apostels Jaeobuö/.-.aufgerichtet haben sollen, und Cajus, ein römischerc-«/. Presbyter, spricht zuerst im zweyten Jahrhunderte vonden Tropheen oder Grabmalern der Apostel, Petriund Pauli, daß man dieselben in Romaufdcmostien-sischen Wege sehen konnte. Das ist es alles, wasman in den Schriftstellern der drey ersten christlichenJahrhunderte von den Reliquien der Apostel findet.Die Alten rühmten sich auch nicht, daß bey ihrenGrabern, oder durch das Anrühren ihrer LeichnameS»?.^.<h und Gebeine Wunder geschähen. Wunder sind keine/'^/. e. //.Geheimnisse, die man zu verbergen nöthig hat. Wenn?./,?/. Hott ordentlichen Wege der Natur verlaßt: sogeschiehet es bloß zur Verherrlichung seiner Kircheund Wahrheit. Hatten die ersten Christen wunder-thätige Reliquien: so war es eine Undankbarkeit,wenn sie ihre Wunder nicht ausbreiteten. So vieleIrrgläubige leugneten die Auferstehung der Leiber.Wie konnten sie leichter, als durch die wunderthätigeKraft der Reliquien von den Heiligen widerlegt wer-den ? Allein es geschah nicht. Das noch rauchendeBlut der Märtyrer hatte die Kraft noch nicht, die esnach vielen Jahrhunderten erst erhielt, ob man gleichvermuthen sollte, daß ein Körper, aus dem vor kur-zem erst eine geheiligte Seele gewaltsamer Weise ver-trieben wird, der vor kurzem erst ein Tempel des hei-ligen Geistes gewesen ist, gleich nach seiner Entscelungkräftiger und wirksamer seyn müßte, als viele Jahr-hunderte nachher.

Doch das Alterthum konnte uns dergleichen Nach-richten nicht überliefern. Man ehrete und liebcte die

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