Zweyter Abschnitt. 519
schweigen davon, und selbst ein Augustinus im fünf-
lcn Jahrhunderte gestund, daß man weder die Ge- 7>-» ^- s.
statt Jesu Christi , noch die Gestalt der Jungfrau ^-^5-
Maria, noch die Gestalt des Apostels Paulus kenne.
Man giebt zwar vor, daß die Apostel auf einer Kir- c»»>
chcnversammlung zu Antiochien verordnet hätten : "V. r.
m m sollte aufhören, die Gölzendilder desHet-
denchumsanzubethen, und dafür Älldnissevon
Jesu Christo haben. Allein, man hat erwiesen,
daß diese Ki.chenversammlung erdichtet sey.
Die Christeil der ersten Kirche konnten keine Bild' L-"», ^M.nisse der Märtyrer haben. Entweder die Juden, ^ ^/.,.?.oder die Heiden würden ihnen Vorwürfe von verschic-dmer Art deswegen gemachet haben. Würden dieJuden , die einen so großen Abscheu vor allen Bildnis-sen und Bildsaulen hatten, ein so tiefes Stillschwei-gen beobachtet haben, wenn sie gesehen hätten, daßsich die Christen vor Bildnissen ihrer Märtyrer nie-derwürfen, und vor denselben bcchecen? Sie wußten,daß die Gläubigen das Sirtengeseh M'siS beobachte-te. Hätten sie das erste Gesetz desselben beleidiget:würde solches nicht ein Tryphon dem Märtnrer,Justinus, aufgerücket, und die Kirche der Abgötte-rn) beschuldiget haben ? Die Juden thaten aber sol-ches nicht, weil die Christen noch keine Bilder undBildsäulen der Heiligen hatten.
Die Heiden verwarfen eben deswegen die christ-^'/sliche Religion, weil die Kirche keine Bildnisse hatte. A^'.^Diesen Vorwurf machtcu Celsus und Caciluw den^"^Christen. Man nahm in Rom die Götter aller Na- /z, c.tionen auf. Man duldece den Götzendienst der Ac-Zc«l. /.s.Dpter. Man würde also mehr Geschmack an demGlauben der ersten Christen gefunden haben, wenn
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