Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
528
Einzelbild herunterladen
 

528 Geschichte der christlichen Religion.

schlichen haben. Man würde sehen, daß unzahligeGebethe und Wünsche an Menschn, gerichtet werden,die vielleicht nie gelebt haben, oder doch keine Märlnrergewesen sind. Allein, e6 ist genug, wenn es von einigenerwiesen wird.

NV/t-M. Die lateinische Kirche ehret, nach den ältesten Mär-/p/t>?",^c/. tyrerverzeichnissen, den heiligen Nikodemus , den hci-?.//./>./. liM Gamaliel, und seinen Sohn, den heiligen/>. 40 - -z-8- Akjb^ M^. Unglücke für sie weis man in denersten drey Jahrhunderten der Kirche nichts von ihnen,t^ikodemus war zwar ein heimlicher Jünger IesnChristi; weiter aber erzählet auch die heilige Schrift66,-0». nichts von ihm. Wenn es wahr wäre, daß er gleich^. nach dem Tode des Scephanus um des Namens IesnChristi willen aus Jerusalem verbannt, von den-den bis auf den Tod geschlagen , und seines ganzenVermögens beraubet worden wäre: so würde dieApostelgeschichte davon eben so wohl, als von demTode des Stephanus geredet haben. Sie erzahlet vomGamaliel, daß er sich der Apostel im großen Rathezu Jerusalem angenommen und den Grimm der Ju-den durch vernünftige Vorstellungen gemäßigt habe.Wenn er sich bekehret hatte: so gereichte seine Be-kehrung der christlichen Religion so sehr zur Ehre, daßLucas kein so tiefes Stillschweigen darüber beobacht«haben würde. Zum wenigsten mußte seine und seinesSohnes Bekehrung nebst den Schicksalen des Niko-demus unter den jüdischen Christen so sehr bekanntseyn, daß Hegesippus im zweyten Jahrhunderte gewißetwas davon erfahren und berichtet haben würde, daer den kleinen Umstand von dem Begräbnisse des Apo-stels, Jacobus, daß eine kleine Säule darüber auf-gerichtet worden wäre, nicht mit Stillschweigen vorü-bergehen