Zweyter Abschnitt. 535
Wallfahrt daselbst liegen lassen, doch im folgendenJahre wieder lebendig daselbst gefunden hätte ? Gleich-wohl hat ein Corelerius eine so merkwürdige Anec--dore drucken lassen.
Die Arbeit wäre eben so weitlänftig, als umnch,wenn man von einein jeden erdichteten Märtyrer ins be-sondere erweifen wollte, daß er keine gottesdienstlicheVerehrung verdiene, wenn auch die erste Kirche denHeiligen einige zugestanden hätte. Man kann sie beyTausenden auf einmal aus den Märtyrcrverzeichnissenausstreichcn. Man giebt vor, daß unter dem Trajan L-n-a».,oz.eine Armee von eilftausend Christen, nachdem sie im 5«?-. 5.Oriente einen Sieg davon getragen hätte, zur Be-^-^-^-lohnung dafür nach Melitina in Armenien ins Elendverwiesen worden wäre, weil sie nicht opfern wollen;Romulus, der kaiserliche Oberhofmeister, härte sich ««/s-»».öffentlich über eine solche Ungerechtigkeit beklaget, und />e»-s5o,v<»?dadurch den Trajan gereizet, ihn mit Ruthen hauen,und mit ihm alle Christen enthaupten zu lassen.Man würde einschlafen, wenn man alle Widersprüchein dieser Fabel und die verschiedenen Erzählungen der-selben lesen sollte. Es ist genug, daß das Still-schweigen der ersten Kirche und die Würde eines Ober-Hofmeisters, die zu Trajans Zeiten ganz unbekannt war,die Erdichtung verrathen. Melitina war unter die-sem Kaiser nur ein Castell; er machte es erst zurStadt: Wo hätte sie eine so große Menge verwiesenerChristen fassen können? TlUemom macht bey diesem 7?//em.Romane die Anmerkung, daß unser König nach der?.//.Meynung der Schrift auf keine blindeArt verehret seyn?- ^-wolle. Hier sind eilftausend erdichtete Märtyrer,deren Andenken die griechische Kirche den sechsten Se-ptember fcyert.
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