noch die Geschichte derjenigen beschrieben, die in Pa-lastina unter der diocletianischen Verfolgung für dieWahrheit gestorben sind, und diese Geschichte hat unsdie Zeit erhalten. Das erste Martyrologium ist ausdem siebenten Jahrhunderte vom Ceraunius, einemBischöfe zu Paris ; denn man hat zwar eins, dasman dem Hicronymus zueignet: allein es geschiehtohne Grund. Nach diesem Ccrauniuö schrieben Be-da, Raban, Ussard und Ado ihre Märtyrerverzeich-nisie in den Zeiten der Barbarey und des finst.rstmAberglaubens.
Wie ruhig kann doch eine fromme Leichtgläubigkeitwegen der Gegenstände seiner Anbethung seyn! Wennman nur die wahren Denkmäler der alten Kirche an-nimmt , weil alles übrige ungewiß und ein Werkschwacher Geister ist, welche die Kunst wahrscheinlichzu dichten nicht einmal verstanden: so wird man nurdiejenigen ehren , die wirklich ihr Leben für die Reli-gion gelassen haben; man wird sie aber zu keinen Ge-genständen einer gottesdienstlichen Verehrung machen.Man wird mit der Gemeine von Smyrna die Mär-tyrer lieben; aber man wird sie nicht anbethen. Nie-wals oder doch selten , hätten erdichtete Blutzeugendie Ehre der Anrufung erhalten können, wenn die An-rufung derselbe!, in den ersten drey christlichen Jahr-hunderten ein nothwendiges und wesentliches Stückder wahren Religion ausgemacht hätte. Allein, nochwar die erste Kirche nicht auf den Einfall gekommen,den Bekcnnern Jesu Christi eine so große Gewalt imHimmel einzuräumen, und sich ich weis nicht was fürGnadcnbczeugungen von ihnen auszubitten. Darumgab sie sich sowenig Mühe, einen richtigen geistlichenKalender zu halten ; darum sorgte sie nicht dafür,
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