Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
539
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Zweyter Abschnitt. 559

welche ihm unverdächtig und aufrichtig zu seyn schie-nen. Die Originalstücke findet man griechisch undlateinisch darinnen; man liest bey ihm die Lobgesängedes PrudentiuS auf die Märtyrer, und ziemlich langehistorische Abhandlungen über einen jeden von ihnen.Er begreift darinnen den Zeitraum von vier Jahr-hunderten , und seine Sammlung ist doch so klein,und was noch mehr ist, noch nicht von allen ganzver-dächtl'gen Acten rein. Die Jesuiten hingegen habenzu Anvers, bloß von den Märtyrern, deren Feste inden Monat May fallen, sieben Foliobände druckenlassen. Was müssen also diejenigen selbst nicht füreine ungeheure Anzahl Märtyrer verwerfen, denendoch daran so viel gelegen ist , ihre Namen und Tha-ten zu erhalten, so bald sie keine andere Bürgen fürdie Märtyrer annehmen wollen, als die alten Ge-schichte, und die wahren und ausrichtigen Denkmälerder ersten Kirche?

Die erste Kirche gab sich keine Mühe um eine voll-ständige Geschichte ihrer Märtyrer. Sie bemerktebloß den Namen und den Todestag der allerbcrühmte-sten. Die meiste Zeit waren es Privatpersonen, wel- /><?«,.,«che zu ihrem Troste die wichtigsten Worte der leiden- vK. H,/,,-.den und sterbenden Christen sammlcten und aufschrie-ben. GregoriuS der erste, ein römischer Bischof, kann-te in Rom kein anderes Martyrologium, als ein ein-ziges Verzeichniß, worinn die Namen der Märtyrer,der Tag und der Ort ihrer Leiden eingetragen wordenwaren.

Euscbius war der erste, der eine Geschichte dervornehmste», Märtyrer lind ihrer Leiden schrieb; siehieß die Sammlung alrcr Märtyrer. DieseGeschichte ist verlohren. Außer diesem Buche hat er

noch