5Z8 Geschichte der christlichen Religion.
zig tausend Märtyrer» in Abyßinicn , und von siebenhundert tausend Bekennern etwas weis, von denenman jene in der diocletianischen Verfolgling erwürgen,diese aber zu harten Arbeiten verdammen läßt.
Wenn man den neuern Griechen glauben will: sosind gleich im Anfange der diocletianischen Verfolgungvierzehen tausend Chrisreu in dem Tempel zuNikome-dien verbrannt worden. Man hat nicht nöthig, zu sa-gen, es sey unglaublich, daß sich in Nikomedien eineso große Anzahl Christen gefunden habe. Die Er-dichtung ist verrathen, wenn man weis , daß Euse-bius, der nächste Geschichtschreiber dieser großen Ver-folgung, und Lactamms, der ebenfalls vollkom-men davon unterrichtet seyn mußte, weder von die-ser ungeheuern Anzahl Christen , die bloß im erstenAnfange dieses Sturms erwürget worden seyn sollten,noch von der befohlenen Einäscherung des Tempelsetwas wissen. Eben so erdichtet sind alle die Blut-zeugen, die unter eben diesem Kaiser in Gallien denMärtyrertod erlitten haben sollen, wein, man denMärtyrerverzeichnissen der französischen Kirche glau-/^<?.«/s ben will. Denn L^craiuilis versichert ausdrücklich,,»-»r. unter dem Diocletian die Verfolgung der Chri-
^/ ^' sten sich über alle Provinzen des römischen Reichs er-strecket habe, Gallien allein ausgenommen. Daselbsthabe zwar Constanz die christlichen Kirchen nicderreis-sen lassen; aber der lebendigen Tempel Gottes habeer verschonet. Wie erstaunlich ist also nicht die Sum-me der Märtyrer, die keinen Grund in der Geschichtehaben, sondern bloß durch die Einbildung und Erfin-dung derer da sind, die sie anrufen! ^umarr, einberühmter Benedictiücr, hat diejenigen Märtyrergc-schichte in einem mäßigen Foliobande gesammlet,
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