542 Geschichte der christlichen Religion.
darinnen machen zu dürfen, zu allen Zeiten und vonallen christlichen Gemeinen beobachtet werden müßte:so bestimmet sie doch die wesentlichen Stücke desselben.Christus selbst verordnete einige unveränderliche Cere-monien , die Taufe nämlich und das Abendmahl,als feyerliche Mittel seiner Gnade, und Paulus seßecedie allgemeinen Grundregeln fest , nach welchen alleandere gottesdienstliche Handllingen der Christen ein-i Cor.14. zurichten sind: lasset alles ehrlich und ordentlich40. zugehen. Es ist wahrscheinlich, daß die Apostelselbst diese Ordnung und diesen lVohlftand desöffentlichen Gottesdienstes bey allen denen Gemeinen,die sie pflanzeten, bestimmet haben, ob es gleich un-zweifelhaft ist, daß von ihnen nicht durchgängig ei-nerley Ordnung und N>ohlftand eingeführet wor-den sey. Man kann solches aus dem Streite sehen,der im zweyten Jahrhunderte über die Feyer des Oster-festes in der Kirche entstund. Die römische Kircherühmte sich, ihre Gewohnheit, dieses Fest allezeit amersten Tage in der Woche zu feyern, von ihren Stif-tern, dem Apostel Paulus und Petrus , empfangen zuhaben. Die asiatischen Gemeinen hingegen feyertcnes mit den Iüden, und Polykrates von EphesuSrühmte s-ch, daß Johannes diese Gewohnheit in Asi-en eingeführet hätte. Es hindert uns nichts, zu glau-ben, daß beyde Gemeinen darinnen Recht hatten, obsie gleich darinnen irretcn, daß beyde Theile ihre Ge-wohnheit für eine nothwendige und unveränderlicheGewohnheit gehalten wissen wollten.
Die Christen sollten also nicht allein durch die inner-liche Anbethung Gottes im Geiste und in der Wahr-heit, sondern auch durch eine gemeinschaftliche öffent-liche Verehrung desselben mit einander vereiniget seyn.
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