Zweyter Abschnitt. 54z
Sie kamen daher zu gewissen Zeiten zusammen. Inden Zeiten des alten Bundes war der öffentliche Got-tesdienst an den Tempel zu Jerusalem gebunden, unddie Heiden verehreten ihre Gottheiten in gewissen zujhr."M Dienste geheiligten Tempeln. Sobald sie dii sel-ben durch viele abergläubische Gebräuche öffentlich ein-geweiher hatten: so glaubten sie, dH sie im eigentlich-sten Verstände Wohnungen ihrer Götter und Göttin-nen geworden waren. Sie beredeten sich daher, baßkeine Religion ohne dergleichen feyerlich eingeweihteTempel bestehen könnte. Die Christen waren weitvon diesem abergläubischen Irrthume entfernet. Sieberedeten sich zwar unter einander, der Ordnung we-gen in gewissen Häusern zusammen zu kommen, solange sie sicher und ungestöret darinnen zusammen kom-men könnten. Allein, man hat keine historischen Be-weise , daß sie vor dem zweyten Jahrhunderte beson-dere öffentliche Gebäude, bloß zu dem Endzwecke,sich darinnen zum Gottesdienste zu versammle«, auf-geführet hätten. Und wie hätten sie in den grausa-men Verfolgungen, die sie von den Heiden erduldenmußten, solche öffentliche Gebäude aufführen dürfen ?Da, wo die Christen zusammen kamen, mir einanderzu bethen, Gott einmürhig zu loben, die Mittel derGnade zu gebrauchen, und in der Erkenntniß derReligion zu wachsen, da waren ihre Tempel, die sichin ihren Augen nur so lange von andern gemeinen Wer-tem unterscheiden, als sie Gott daseibst scyerlich undöffentlich verehreten. ^Ign^tius ermahnet zwar dieMagnesianer, daß sie sich alle zumGebeche vi reinigensollten ; er saget zwar: versammlet euch alle, als ineinen Tempel Gottes: allein er redet von keinen Ge-bäuden , die bloß zu diesem Endzwecke von den Chri-sten