Zweyter Abschnitt. 581
seines Namens beobachtet werden sollte, selbst verfas-set hatte, erhellet aufs deutlichste, Daß er weit da-von entfernet gewesen sey , durch die Ausbreitung sei-ner Religion, im Staate, wie man saget, einenneuen Staat anzulegen. Ob er selbst gleich seine Ge-meine in Lehrer und in Zuhörer eintheilte: so gab erihr doch keine andere Gewalt, als die Gewalt desGeistes und die Macht eines vernünftigen Unterrich-tes. Er erkläret«? sich gegen seine Jünger deutlich,daß sie nicht, wie die Gewaltigen, herrschen, sondernDiener seyn sollten. Von den übrigen Christen aberfoderte er gegen die Religion keinen andern, als einenfreywilligen und unerzwungenen Gehorsam. SeinReich war nicht von dieser Welt; es war ein Reichder Wahrheit und Freyheit.
Die Apostel hatten sich so wenig vorgenommen,durch ihre Predigten von dem Glauben an Christum ,eine eigene neue Seete aufzurichten, daß sie vielmehrsich so lange zum jüdischen Gottesdienste in denenStücken hielten, die einem jeden öffentlichen DiensteGottes wesentlich sind, so lange sie weder aus den Apostel«..Synagogen ausgestoßen wurden , noch ganze Syna-'8,8 ^7gogen ihre göttliche Lehren annahmen. Nach und ^mo-^-'nach aber entstunden aus den öftern Privatzusammen- 'künften der Christen besondere und ordentliche Gemei-nen.
Man kennet nunmehr schon den Gottesdienst der S.die vor^ersten Christen, mit seinen besondern Einrichtungen bethen. 'und heiligen Gebrauchen, die entweder schon zu denZeiten der Apostel, oder nachher in der Kirche derdrey ersten christlichen Jahrhunderte eingeführet undangenommen worden sind. Man brauchet also nurnoch die wichtigsten von den andern Kirchengeschen
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