604 Geschichte der christlichen Religion.
n»d die Darreichung des Weines beym Abendmahleaufgetragen war; Erorcisten, welche die Täuflingeund die Besessenen beschwören sollten .und ihr Amt pla-tonischen Vorurtheiien zu danken hatten; endlich Thür-ivarrer an den Kirchen und Copicren, denen dieSorge für das Begräbniß der Christen überlassen wur-de. Die meisten von diesen niedrigen Kirchcnbedienun-gen waren nur in der römischen und africanischen Kirchegewöhnlich, und wurden erst in den folgenden Jahr-hunderten auch in der orientalischen Kirche eingeführet.
Unter diesen verschiedene!? Kirchenbedienten warendie Bischöse nicht allein dem Range, sondern auch derGewalt nach, die sie besaßen, die vornehmsten. Die-ser Vorzug war so groß, daß sie unter der Cleriseyeinen besondern Orden auszumachen schienen. Darumbehaupteten damals die Bischöfe, daß in einer jede»besondern christlichen Gemeine nur ein Bischof seynkönnte; eine Meynung, für welche so heftig gestrittenwurde, als wenn sie eine geoffenbarte göttliche Wahr-heit wäre. Sie wurde durchgängig, als unleugbarangenommen; und ebendeswegen hielt CnprianuS denBischof, den ihm seine Widersacher entgegensetzten,und den NovatuS, der neben dem Cornelius in Rom zum Bischöfe gemacht wurde, nicht für wahre Bischö-fe ; ja er gieng so weit, und behauptete, daß sichnicht allein sie, sondern auch alle diejenigen, welchemit ihnen in Gemeinschaft stünden, außer der Kirchebefänden, und alle diejenigen, welche in einer Ge-meine waren, und doch nicht einen Bischof hatten,in der Gefahr wären, ihre Seligkeit zu verlieren.Welch einen Irrthum würde man in seinen Augen be-hauptet haben, wenn man damals gelchret hätte, daßdie Gemeine eines jeden Ortes die Freyheit haben müß-te,