622 Geschichte der christlichen Religion.
daß dieselben nach der im römischen Reiche üblichenEintheilung der Provinzen Metropolitanbischöfe ge-ordnet hatten, denen alle andere Bischöfe einer jedenProvinz hätten unterworfen seyn sollen. Diese Ein-theilung sagen sie, war die Absicht des Apostels Pe.trus, als er seinen Brief an die Gläubigen in Pon-tuö, in Galatien, in Cappadocien und in Bythinien richtete. Eben diese Absicht hatte Paulus , da er demTitus befahl, den Städten in Creta Aeltesten zu ge-ben. Nun gab es in Creta eine Metropolis Gorty-na. Was ist denn glaublicher, als daß Titus Er;-bischof davon gewesen sey? Also waren die übrigenBischöfe ihm, als dem Metropolitan , unterworfen.Die hierosolymitanische Kirchenversammlung sandleihre Verordnungen an die Kirche von Antiochicn.Und warum? Weil sie die Metropolitankirche vonSyrien und Cilicien war. Paulus schrie!? an dieKirche von Corinrh ; denn sie war die Metropolitan-kirche von Achaja. Eben dieses muß man von seinenBriefen an die Thejfalonier, Colosscr, und Ephesersagen. Und warum hatte Johannes seine Ermah-nung eben an die Gemeinen zuEphesus, Smyrna ,Pergamus, Thyatyra, Sarden, Laodicäa, und Phi-ladelphia gerichtet, wenn er nicht damit hätte anzei-gen wollen, daß diese Kirchen für MetropolitankDchen gehalten werden sollten ? So schließen diese überden gemeinen Haufen der Gelehrten so weit erhabenenGeister! Wo ist aber der Znsammenhang zwischendiesen beyden Sätzen: Petrus schrieb an die in Pon-tus, Galatien , Cappadocien, und Bythinien zer-streueten Christen; darum waren die Bischöfe vonEphesus , von Nikomedien, von Casarea und AmasmMetropolitanbischöfe: Titus hatte von den, Apostel