Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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624 Geschichte der christlichen Religion.

scn der Glaubigen lebeten. Daher konnten den erstenChristen in den Verfolgungen keine bischöflichen Pal-laste noch andere ansehnliche Einkünfte eingezogen wer-den. Alles, was man ihnen nehmen konnte, wareneinige silberne Leuchter, einige Kelche, und einigeKleider für die Armen. Die Aeltesten mußten denBischöfen der ersten Zeiten sehr beschwerlich seyn,wenn sie eben so eifersüchtig auf ihre Würde waren,als die meisten Bischöfe des dritten Iahrhundertes.

/./>?/>5. 5. Denn sie hatten nicht weniger Ansehen, als sie. DieAeltesten von Jerusalem vcrurtheiletcn den Scythianus,

/-/./^tt'.s/. einen von den Lehrern des ManeS. Die Aeltestenvon Ephesus waren es, welche den Noetus mit seinenAnhängern aus der Kirchengemeinschaft ausschlössen.Clemens von Alerandrien war nur ein Presbyter; und^ rechnete sich dennoch unter die Häupter der Kirche.^ ^ Noch wagte es Origenes , ehe er die Gewalt seines

^ .' Bischofes empfand, die Aeltesten mit dem Senate^ einer Stadt zu vergleichen, unter denen der Bischof^ ^ Vorsitz hatte. Allein, die Aeltesten, dieseHäupter der Kirche, mußteil nach und nach diesenprächtigen Namen den Bischöfen überlassen, und kam die Zeit, wo sie die Rechte, die ihnen imAnfange wesentlich waren, bloß der Gnade und Ein-willigung der Bischöfe zu danken hatten. JederBischof suchte seine Herrschaft auszubreiten, dasLand war leicht zu erobern. Es gab Flecken, undkleine Städte, wo vordem keine Bischöfe gewesenwaren, weil sich keine Christen daselbst gefunden hat-ten. Die nächsten Bischöfe setzten Priester dahin, dievon ihnen abhingen. Die Landbischöfe hatten zuwei-len nöthig, schwerer Falle wegen die Bischöfe dergroßem Städte zu Rathe zu ziehen. Diese Nothwen-digkeit,