Zweyter Abschnitt. 625
digkeit, darinnen sie sich befanden, und ihre schwa-chen Gemeinen brachten sie nach und nach zu einer Artder Unterwürfigkeit gegen die größern Bischöfe. Undsollten diese nicht über solche arme Bischöfe einen Vor-zug haben, die vielmals nicht über hundert Personenin ihrer Geineinschaft hatten ? Sie maßten sich daherdiesen Vorzug selbst an. Die Vermehrung der Chri-sten und die Nothwendigkeit, die Gemeinen in einerbestandigen Einigkeit zu erhalten, machte diese vorzüg-liche Gewalt der größern Bischöfe erträglich, und auf -gewisse Weise unentbehrlich. Die Hauptstädte desReiches, wo ohne dieß alle Welt ihre bürgerlichenAngelegenheiten entscheiden lassen mußte, gaben derKirche die Erzbischöfe. Künftig wird man sehen,daß die patriarchalischen Würden keinenandern Ursprung haben.
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Von
dem Ansehen der romischen Bischöfe
in der Kirche der ersten drey Jahr-hunderte.
as heidnische Rom wurde die Beherrscherinn desErdkreises, so unansehnlich dasselbe auch in sei-nem ersten Ursprünge war. Das christliche Rom hathierinnen mit dem heidnischen ganz ähnliche Schicksaleerfahren. Seine Bischöfe wollten im neunten Jahr-hunderte nicht allein der christlichen, sondern auch derbürgerlichen Welt Gesetze geben. Man kann schonin unserm chronologischen Entwürfe der Geschichte desII. Theil. R r neunten