64s Dritter Abschnitt. Betrachtung. ?c»
mm, Iahrzahlen und Begebenheiten zu beschweren,ohne ihre Ursachen zu kennen, und durch diese Kennt-niß besser und weiser zu werden? Soll eine so lehrrei-che Beschäfftigung bloß die Nahrung einer gelehrtenEitelkeit seyn? Was kann sonst die Wissenschaft nü-tzen, daß Carl der Große von den Alpen bis überdie Pyrenäen, vom Tiber und von der Seine an biszum Elbstrome geherrschet hat, wenn man nicht auchweis, wie eine so weitlauftige Monarchie auf einenKaiser gekommen ist, der unter seinen nächsten Vor-fahren noch keine Könige hatte, und seiner Herkunftnach vielleicht nichts weiter, als der Enkel eines mach-tigen Bastards war? Dann hat die Kenntniß dieserBegebenheit ihren Nutzen, wenn man ihre Ursachenweis, alle Schritte der Vorfahren Carls zur Monar-chie, und alle die günstigen Umstände, die ihre Ab-sichten beförderten, und, was noch unendlich mehrist, die Hand der Vorsehung in dieser großen Welt-veränderung erkennet, und , indem man über dieGröße der Menschen weniger erstaunet, als der Un-verständige , Gott, den ewigen und veränderlichenMonarchen, anbethet!
, Seitdem die römische Monarchie durch die Einfal-le der Barbaren von verschiedenen Nationen und mehrnoch durch die Weichlichkeit und Schwachheit ihrerBeherrscher im Occidcnte ganz zerstöret worden war,hatte unter allen Reichen, die auf ihre Trümmererbauet wurden, keines mehr Ansehen, als das frän-kische Reich. Die Beherrscher desselben leiteten ihrGeschlecht von einem Meroväus her, der schon überGallien geherrschet haben sollte, als Attila in dasselbeeingefallen war. Die königliche Gewalt, welche un-ter Clodowich dem Großen, am furchtbarsten war,blieb bey diesem Stamme, ungeachtet zuweilen aus
einen?