Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
672
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672 Betracht, über die Weltgeschichte.

gegen ihn erregen können : also mußte er die Kirchebeschützen, ihr einige Einkünfte, und den Schein ih-rer Rechte wiedergeben. Nunmehr konnte er den kö-niglichen Namen ungeahndet annehmen. Der Mis-brauch der Religion heiligte diese Handlung; Pipinhatte einen Titel mehr, und das Königreich einenSchatten weniger. Man sieht wohl aus allen Bege-benheiten , daß Pipin und alle seine Vorfahren dasReich nicht auf ihr Geschlecht gebracht haben würden,wenn sie nicht mit großen Eigenschaften begabt gewe-sen waren , die sie mit Glück zu ihrer Erhöhung zubrauchen wußten.

Die Begierde der römischen Bischöfe, unabhängigzu werden, ihr Misbrauch der Religion, die Schwä-che und der Aberglaube der griechischen Kaiser, wel-che lieber Bilder bestürmeten, als Länder beschützetenund eroberten, gaben dem Pipin das Recht, denGrund zur Herrschaft der Franken über Italien zulegen, über das er kein Recht hatte, als dasjenige,welches ihm sein Glück und eine gemisbrauchte Reli-gion gab. Er ergriff die Gelegenheit, dein Stuhledes heiligen Petrus mehr beyzustchen, als die vorgeb-lichen Nachfolger desselben vcrlangeten. Da Carl,sein Sohn, die größten Eigenschaften besaß, die nurin einem Monarchen vereiniget seyn können, und alleStaaten, die noch nicht unter seiner Herrschaft stunden,durch lange Kriege und Unruhen ohnmächtig gewordenwaren: so war es ihm leicht, sich zum Beherrscherdes Occidentes zu machen, und das Kaiserihum wie-der aufzurichten, welches durch die Einfalle der Bar-baren zerstöret worden war.

Alleii?, alle diese Begebenheiten lehren zugleich,daß Gott allein selig, allein der allgewaltige König

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