690 Betracht, über die Weltgeschichte.
gleiche Trennung seiner Länder. Von seinen Söhnenwurde Carlomann König von Bayern; Ostsranken,Thüringen und Sachsen kamen unter Ludwigs, desJüngern, Gewalt; und Carl, der dicke, erhielt Schwa-ben . Nachdem Carl, der Kahle, nach Ludwigsdes zweyten Tode, sich vergebens Italiens und desKcüserthumeS bemächtigt hatte, weil ihm das ersteCarlomann, das andere der Tod entzog : so hattezwar Carl der Dicke nach dem Ableben seiner Brü-der, das Glück, durch die Wahl der Reichöständedie ganze fränkische Monarchie wieder unter seinemScepter vereinigt zu sehen. Allein, er verlohr dieseseitle Glück eben so bald, als er es erhalten hatte.Nunmehr kam die Oberherrschaft über Deutschland und Lothringen auf Arnolfen, einen natürlichen Prin-zen aus dem carolinischcn Geschlechte, und nach sei-nem und seines Sohnes Tode auf deutsche Fürsten .Westfranken theilte sich in verschiedene Reiche. Ei-nige carolinische Nachkommen erhielten sich noch eini-ge Zeitlang in Frankreich, bis Hugo Capet Königdarüber ward. Italien und die kaiserliche Würde wa-ren lange ein ungewisser Raub einiger italienischer Für-sien , und der Könige von Provence und Burgund .Endlich wurde sie mit der Oberherrschaft über dieWelschen den Deutschen Königen zu Theil. Daswaren die großeil Veränderungen der fränkischen somächtigen und weitläufrigen Monarchie, und dieSchicksale des carolinischen Stammes. Diese merk-würdigen Veränderungen sind werth, daß man sie ausihren wahren Ursachen entwickle und begreife. DerGeschichtschreiber tragt sie nur zersirmt vor. Darumverdienen sie in ihrem Zusammenhange auseinandergesetzt und übersehen zu werden.
Ludwig.