Vorrede.
XI
ren, bereits an mehr als an einem Orte geäußert,und jage daher hier weiter nichts davon. Ich setzenur noch hinzu, daß die von mir gegebeneil Be-griffe jeden, der nur über die Sprache und ihreTheile nachzudenken vermag, befriedigen werden;wenigstens bin ich von ihrer Richtigkeit bishermehr als einmahl übcrzenget worden.
Auf diese beyden Beschäftigungen gründet sichnun der Plan und die ganze Einrichtung, sowohlmeiner Sprachlehre, als auch des gegenwärtigenLehrgebäudes. Ich habe bereits mehrmahls ge-klaget, daß fast alle unsere bisherige Deutsche Sprachlehren Copicn der Lateinischen sind, woman die dort üblichen Begriffe und Rubriken bey-behalten hat. Ich habe mich daher so oft vonihnen entfernen müssen, als die Natur der Deut-schen Sprache, und die Deutlichkeit der Begriffe,meine erste und wichtigste Absicht, es erforderte;wo aber diese Nothwendigkeit nicht vorbandenwar, da bin ich ihrem gewohnlichen Gange gerngefolget. Neuerunge;?, als bloße Neuerungenhabe ich nie geliebt. Wenn das Neue, welchesman aufstellet, nicht unleugbare wesentliche Vor-züge vor dem Alten hat, und diese Vorzüge nichtzugleich so wichtig sind, daß sie das Unangenehmedes Ungewohnten mit aufwiegen: so lasse man esdoch lieber bey dem Alten. Der Neuerungskitzelist eben so tadelhaft als die hartnäckige Anhäng-lichkeit an dem Alten, wenn das Neue unstreitigeund überwiegende Vorzüge vor demselben hat.Neues wird in meiner Sprachlehre ohnehin genug
vorkom-