Vorrede.
XV
Eine ihm zum Beßten geschriebene Sprachlehreerfüllet ihre Absicht, wenn sie ihm diese dunkeleVorstellung zur Klarheit, und, wo es möglich ist,zur Deutlichkeit bringt. Ist dieses in den wichtig-sten und wesentlichsten Fällen geschehen, so wird esihm leicht werden, die minder wichtigen entwederdaranf zurück zu führen, oder sie sich selbst aufzu-klären, und die richtig geordneten Fächer mit dendahin gehörigen einzelen Fällen auszufüllen.
Da ich in den dritthalb Iahren, welche ichmich vorzüglich mit der Deutschen Sprachlehrebeschäftige, den ganzen Bau der Sprache drey-mahl im Zusammenhange durchdenken müssen, eilt-mahl bey der Sprachlehre für Schulen, daszweyte Mahl bey dem Auszuge aus derselben,und das dritte Mahl bey gegenwärtigem Lehrge-bäude , so haben sich manche Verbesserungen undbequemere und faßlichere Vorsiellungsarten mirschon von selbst dargebothen, welche ich theils schonin dem Auszuge, theils auch in dem Lehrgebäu-de, wo es noch thunlich war, angebracht habe.Ich will hier nur das vornehmste bemerken. Ichhabe den so wesentlichen Unterschied des DeutschenBeschaffenheitswortes (H6verdii ^u-M-nis)von dem Eigenschaftsworte oder Adjective in
der Deutschen Sprachlehre hoffentlich einleuch-tend und fruchtbar genug bewiesen. Ich behieltaber damahls die gewöhnliche Rangordnung derRedetheile, nach welcher das Adverbium hinter dasVerbumgeworfen wird, bey, weil ich den Nach-theil davon nicht sogleich einsahe, und mich nicht
gerne