XIV
Vorrede.
zugleich gesucht, keine wichtige Lehre zu übergehe«,welche man mit Recht in einer Sprachlehre erwar-ten könnte. Allein es ist sehr leicht möglich, daßich hin und wieder in der Anwendung gefehlet, undda jede Sache in der Sprache von mehr als einerSeile betrachtet werden kann, nicht allemahl denwahren Gesichtspunct getroffen habe; es ist fernermöglich, daß noch manche Materien, Regeln undAusnahmen meiner Aufmerksamkeit entgangensind; und vielleicht erwartet man, wenigstens indiesem Lehrgebäude bey einer jeden Regel ein Ver-zeichnis aller darunter gehörigen Fälle zu finden,wie solches zuweilen, z.B. bey den Declinatio-nen, bey den Verbis Intransitivis u. s. f. gesche-hen. Ich gestehe daher offenherzig, daß meineSprachlehre noch manche Lücken und Mängel hat,welche mir und andern noch fruchtbare Nachlesenübrig lassen. Hätte ich diese Nachlesen mir undandern ersparen wollen, so hätte ich bey jedem Re-dethcile, und bey den meisten mehr als einmahl,den ganzen Reichthum der Sprache mit der größ-ten Aufmerksamkeit durchgehen müssen, und daswürde eine Beschäftigung gewesen seyn, welcheviele Jahre erfordert haben würde, wenn ich auchdabey nnr mein Wörterbuch zum Grunde gelegethätte. Allein ich bin zugleich überzeugt, daß dieseMühe bey eiuer Deutschen Sprachlehre für Deut-sche zu der gegeuwärtigen Abficht sehr unnütz ge-wesen seyn würde. Ein jeder lernet seine Mutter-sprache ihrem ganzen Umfange nach mechanisch,d.i. nach dunkeler Vorstellung der Ähnlichkeiten.
Eine