2. Kap. Ursprung der Sprache. §. 67. 217
gehängt, Nachsylben. Beyde sind wiederum ent-weder unbestimmte A)urzellame, welche daher inihrer Bedeutung sehr schweiffend und schwankendsind, oder Wurzelwörter, welche schon mehr Be-stimmung bey sich führen.
§. 67. 1. Von Vorsylben, welche aus Wurzel- Borshlben.lauten bestehen, haben wir nur folgende zwey:
b, be, welches der Wurzellaut des nachmahlsgenauer bestimmten Wurzelwortes bey ist, be-gleitten, be--rühren, be-stehen, be - kräftigen,bleiben. Vor vielen Wörtern ist das b, be-sonders vor dem l und r, ein Zeichen des verstärk-ten Begriffes, in welchem Falle man es noch mitzu dem Wurzelworte rechnen kann.
g,ge, sowohl vor Zeitwörtern, ge-brauchen,ge-rvinnen, ge-stehen, besonders Zur Bildungdes Mittelwortes der vergangenen Zeit, ge 5 braust,ge-rvonnen, ge-standen; als auch vor Haupt-wörtern, Ge-nick, Ge-biß, besonders Collectivazu bilden, Ge-treide, Ge,finde, wie auch Fre-quentativa, Ge-murmel, Ge-stister, Ge-Heul;und endlich auch vor Bey - uud Nebenwörtern, ge-birgig , ge - tröst, ge - hässig. Oft zeigei sie sichals der bloße Hauptlaut g, glauben, Gnade,welches denn vor l, n und r oft ein theils nothwen-diges, theils müßiges Zeichen der Intension ist,greiften, Gras.
2. Nackte tVurzelrvörrer, deren Bedeutungschon bestimmter ist. Es sind wahre Partikeln,welche ehedem auch als solche gangbar waren. Weilsie aber für sich allein nicht mehr üblich sind, unddie damit abgeleiteten Wörter im Gebrauch den vo-rigen ähnlich sind, so kann man sie immer mit hie-
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