262 I.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.
Im Oberdeutschen spricht man die Jmpersecteder irregulären Zeitwörter insgesammt gedehnt aus,wenn gleich die Wurzel den geschärften Ton hat:fechten, fochr, gelten, galt, binden, Band.Die Hochdeutsche Mundart kennet diese Ungleich-heit nicht/ sondern folget der allgemeiner» Regel,und spricht diejenigen gedehnt, welche nur einen,diejenigen aber geschärft, welche zwey Consonanten.haben: gedehnt, fiel, lud, gab, bog, lag,geschah, befahl, las, ließ, nahm, schlug,trug, hob, flog, fchwor, blieb, blies, mied,schrieb, stieg; geschärft, hing, fing, ging,biß, griff, pfiff, riß, ritt, schnitt, schritt,stand, galt, spann, gewann, warf, goß,schloß, floß, wohin auch das an sich gleichgülti-ge ch gehöret glich, wich, schlich. Hielt istvielleicht das einige, welches gedehnt lautet.
Gedoppel- §. 92. Da sich in Ansehung des gedoppelten etcr Laut in der Aussprache der Provinzen so viele Abwei-^ chungen zeigen, so wird es nicht undienlich seyn,die vornehmsten streitigen Wörter mit der im Hoch-deutschen üblichen Aussprache hierher zu setzen:
Tiefes e wie ä. Hohes e.
Gedehnt. Gedehnt.
Beben. Bescheren. Beer, arca.
Beere. Besen. Berhe, eine
Begegnen. berh. Ceder.
Begehren. Bewegen. Cleve.
Bchen (besser Nreme. Demuth.
bähen). Brec. Eden.
Bequem. Breyel. Sge. '
Degen.