Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
544
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544 i'TH. 2.Abschn. Z.Kap.

men, sondern Zufrieden ist, wenn ich nur die Classeoder Gattung nicht verfehle. In diesem Falle be-zeichnet er mir zwar ein einiges Individuum, aberals sehr unbestimmt, in Ansehung seiner Individua-lität oder Selbständigkeit.

4. Man kann auf die vorige Art aus der ganzenMenge einzeler Dinge einer Art ein eiuigeS herausheben, dieses einige aber so unbestimmt bezeichnen,daß dem Willkühr des Zuhörers überlassen bleibt,welches er sich unter der ganzen Menge gedenkenw.ill, und dieses einige so unbestimmt bezeichneteDing kann von mir zum Repräsentanten der gan-zen Gattung gemacht werden; d. i. ich kann ein ei-,nigeS Ding nennen, und doch darunter die ganzeGattung verstehen. Z. B. ein Mensch ist einsterbliches Geschöpf, wo ein Mensch eben soviel ist, als wenn ich sagte, ein jeder Mensch, oderalle Menschen.

5. Man kann von der ganzen Menge Indivi-duen, welche ein Gattungswort unter sich begreifst,ein Ding auf die vorige Art sehr unbestimmt be-zeichnen, und dadurch bloß die Classe oder Gattungandeuten, zu welcher ein vorher genanntes Subjectgehöret. Dieser Fall ist von den wenigen Sprach-lehrern, welche ein wenig tiefer, als gewöhnlich ist,in die Natur der Artikel hinein gegangen sind, nichtbemerket worden; indessen ist er doch von den übri-gen Fällen wirklich verschieden. So bezeichne ichin dem vorigen Beyspiele durch die Worte einsterbliches Geschöpf bloß die Classe oder Gattung,zu welcher ich den Menschen gerechnet haben will-Eben so, wenn ich sage, Casus ist ein gelehr-ter Mann, das ist ein sehr schwerer Fall,ein kirzlicher Handel, eine Rose ist eine schö-ne Blume.

6. Man