Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
543
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Von dem Artikel. §. 249. 54z

voraus geseßet werden kann, so bemerke ich diesenUmstand durch den Artikel, und bin gewiß, daß der-jenige, mit welchem ich rede, unter der großen Men-ge selbständiger Dinge, welche das Wort Vlmneunter sich begreifft, dasjenige, welches ich im Sin-ne habe, gewiß nicht verfehlen wird. Eben derFall findet bey mehrern Jndividuem Statt; z. B.wenn mir jemand sagt, die Gäste sind noch nichtda, so setzet er voraus, daß ich unter dem allgemei-nen Worte Gäste gerade nur diejenigen verstehenwerde, welche er im Sinne hat, d.i. diejenigen, vonwelchen wir kurz vorher gesprochen haben, oder wel-che wir erwarteten.

2. Man kann vermittelst eines Gattungsworteseines oder mehrere Individua auf die vorige Artals bekannt bezeichnen, und doch die ganze Classeoder Gattung verstehen, oder sie als ein einiges selb-ständiges Ding darstellen. Der Mensch ist sterb-lich ; da bezeichne ich von den vielen Individuis,welche das Wort Mensch unter sich begreifft, eineiniges als schon bekannt, verstehe aber alle darun-ter gehörige Individua, oder bezeichne vielmehr dieganze Classe als ein einiges selbständiges Ding.Eben so im Plural, die Menschen sind sterblich,die Vlumen sind vergänglich.

z. Man kann aus der ganzen unter einem Gat-tungsworte begriffenen Menge von Individuen einDing nennen, aber zugleich zu verstehen geben, daß esgleich viel sey, welches Individuum man verstehe,wenn man nur die Gattung nicht verfehlet. Z. B.Wenn jemand zu mir sagt, ich sahe einen Vogelfliegen, so will er weiter nichts andeuten, als daß erein Individuum von der Art derer, welche manVögel nennet, gesehen, aber nicht für nothwen-dig hält, mir dieses Individuum näher zu bestim-men.