Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
542
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542 i.TH. 2. Abschn. z.Kap.

so entstand bey den beyden letzter» der Artikel, wel-cher daher bloß um der allgemeinen Gattungswörterwillen da ist, ihre Selbständigkeit nach dem Be-griffe nnd Bedürfnisse des Sprechenden auf verschie-dene Art zu bestimmen. Der aus dem Lateinischenentlehnte Nahme dieses Redetheiles verrath freylich,daß man einen nur sehr dunkeln und vielleicht garkeir.cn Begriff von demselben hatte. Allein dervon vielen Neuern eingeführte Deutsche NahmeGeschlechtswort verrath einen ganz irrigen Be-griff, indem der Deutsche Artikel zwar dem Ge-schlechte seines Hauptwortes im Singular folget,- aber zu nichts wenigerm eigentlich bestimmt ist, alsdas Geschlecht zu bezeichnen, welches der DeutscheArtikel im Plural nicht einmahl ausdrucken, undder Englische in keinem Falle bezeichnen kann, ohnedaß man ihnen deswegen den Nahmen des Artikelsversaget hatte. Wir haben es hier bloß mit demDeutschen Artikel zu thun; wer dessen Gebrauchin dem Französischen, Griechischen und Hebräischenverglichen sehen will, den muß ich auf des HerrnRectorS Meiner schon mehrmahls empsohlne phi-losophische Sprachlehre verweisen.

Wie die §- 249. Ein Gattungswort kann in Ansehung

Selbstün- seiner Selbständigkeit vornehmlich auf folgende sie-

digkett be- ben Arten bestimmet werden.

stimmet ^ - . , ^

«erden Man kann em oder mehrere Jndividua aus

kaon. der ganzen Gattung, welche als bekannt voraus ge-setzet werden, bezeichnen. Wenn ich z.B. sage, dieL>lume ist schon aufgebrochen, so ist Dlumeein Gattungswort, welches eine große Menge ein-zeler Dinge unter sich begreifst. Ich habe aber nureines derselben in Gedanken, und da dieses eine dern^Zuhörer aus dem vorhergehenden schon als bekannt

voraus