Von dem Artikel. §.248. 54?
Individuum und kein anderes bezeichnen sollte, wel-ches den Nahmen das erste Mahl veranlasset hatte.Allein, da der Nahme nothwendig von einem allge-meinen Umstände entlehnet war, welcher sich bey al-len Dingen eben derselben Art fand, oder doch fin-den konnte, nähmlich das Hörbare an dein Dinge:so ward man attmählig gewahr, daß alle Nahmender Dinge sehr allgemeine Nahmen waren, welcheollen Dingen eben derselben Art zukamen. Es gc-hörete vermuthlich schon ein betrachtlicher Grad derCultur und der Übung des Geistes dazu, dieses zubemerken, und vermuthlich glaubte man in der er-sten Kindheit der Sprache und des Denkens, daßder iöwe, welchen man heute brüllen hörte, nocheben dasselbe Individuum sey, welches man vor achtTagen von seinem Gebrüll L.örve genannt hatte.Als man endlich durch fortgesetzte Erfahrung undÜbung bemerken lernte, daß es mehr für sich beste-hende Dinge einer Art gebe, so ward noch mehrAufmerksamkeit und Kraft des Geistes erfordert,der daraus entstehenden Verwirrung und Dunkel-heit für die Sprache vorzubeugen. Anfänglich be-zeichnete man nur die am meisten hervor stechendenUmstände, wodurch ein Individuum in dem Augen-blicke der Rede von dem andern unterschieden war,und so entstanden die Pronomina. Oft half mansich durch Bemerkung der Eigenschafren, oder durchdie Adjectiva. Allein es gab noch feinere Bestim-mungen, welche die Selbständigkeit unmittelbar be-stimmten, und da deren Bemerkung und Bezeich-nung schon viel Scharfsinn erforderte, so blieben sieganzen Völkerschaften unbemerkbar, und unaus-druckbar; andere bezeichneten selbige nur in einigensehr merklichen Fällen, andere gingen noch weiter,und bezeichneten minder hervor stechende Fälle, und
so