Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
547
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Von dem Artikel. §. 251.252. 547

bestimmter Theil aligedeutet werden soll. Daß sichdie Französischen Sprachlehren aber auch in der Er-klärung und Angabe dieses und des unbestimmtenArtikels irren, und unter andern das für den Arti-culum indefinitum halten > was doch bloße Casus-Zeichen clo und a sind, hat schon Herr Rector klei-ner in der philos. Sprach!. S. 122 f. gezeiget.

§. 251. Da der Begriff der Selbständigkeit und AbleirMSder verschiedenen Fälle desselben schon fein ist, und der Deut-eine geübte Denkungskraft erfordert: so ist glaub-lich, daß die Deutschen in der ersten Kindheit ihrerSprache eben so wenig Artikel gehabt haben, alsandere Völker, welche diese Bestimmung auch beydem Fortschritte der Cultur vernachlässigten, und da-her nie Artikel gehabt haben. Als man im Deut-schen anfing zu bemerken, daß die unterlassene Be-zeichnung der Selbständigkeit sehr oft Dunkelheitverursachte, so entlehnte man für die bestimmter»Arten das Pronomen der, für die unbestimmten;aber das Zahlwort ein; daher beyde nur in einerArt von figürlichem Verstände als 'Artikel gebrauchtwerden. Beyde find Wurzelwörter, aber ausgebil-dete Wurzelwörter, oder vielmehr die nackten Wur-zellaute d und n, an, cn oder ein, welche mit denConcretionö- und Flerions-tauten zusammen gezo-gen worden. Indessen find doch beyde Artikel inrDeutschen schon sehr alt, und vermuthlich noch vordem 'Anfange der Cultur üblich geworden, weil siesich mit ihrer vollständigen Declination schon beydem Anfange der Schrift finden.

§.252. Eigentlich ist nicht schlechterdings JKrc Vitz>nothwendig, daß der Artikel gebeuget werde, und öung.seinein Substantive in dem Geschlechte, der ZahlUnd dein Casu folge. Er kann auch unbiegsam

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