Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
546
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546 i.TH. 2.Abschtt. z.Kap.

die ganze Gattung verstehet. Z. B. Vror ist diegemeinste Speise, Brüder vertragen sich amseltensten, Diebe sind die furchtsamsten Ge-schöpfe auf der N)elt. Indessen ist dieser Fallso hänfig nicht, als einer der vorigen, indem er ge-meiniglich nur in Sentenzen und sprichwörtlichenArteil des Ansdruckes vorkommt»Bezeich- §. 250. Dieß sind die vornehmsten Fälle, welchenu»g der- an einem Gattungsworte in Ansehung der Selb-sclbcn durch st<md,gkeit bezeichnet werden können. Allein imden Artikel. Deutschen werben nur die fünf ersten durch Artikelbestimmet; in den drey letzten Fallen aber seht man.das Substantiv ohne t.llen Artikel hin, und über-läßt es dem Zuhörer, die eigentliche Meynung desRedenden aus dem Zusammenhange zu ersehen.Die fünf ersten Fälle werden im Deutschen unterdie beyden Artikel der und ein vertheilet, da denndie beyden ersten, welche die schärfste Bestimmungerfordern, von dem Artikel der, die drey folgendenaber, in welchen die Bestimmung nicht so genau ist,von dem Artikel ein angedeutet werden. Und dieseschärfere und schwächere Bestimmung der Selbstän-digkeit ist auch die Ursache, warum man den er-stem den bestimmten (bestimmn Articulum),den lehtern aber den unbestimmten (indestnirum)nennet.

Für den siebenten Fall, wenn nähmlich ein un-. genannter oder unbestimmter Theil des Ganzen, odervielmehr nur die Gattung als Materie ohne alleBezeichnung der Menge oder Selbständigkeit aus-gedruckt werden soll, haben einige Sprachen, z. B.die Französische, einen eigenen Artikel, welchen manden Arcicuium parmivum nennet. Man siehetleicht, daß dieser Nahme sehr unschicklich ist, weilhier keine Theilung bezeichnet, sondern nur ein un-

bestimm-