Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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590 t.Th. 2.Absch,!. 4. Kap.

oder alle lind jede wissen es. Außer dem ge-braucht man lieber das Zahlwort im Singular, unSsetzt das Substantiv in der edlern Schreibart in denGenitiv: er lebt in jedem meiner Gedanken;jeder meinet Freunde. In der gewöhnlichenSprechart gebraucht man dafür von: jeder vonmeinen Freunden.

Rein. §. 277. Rein, welches für nicht ein stehet, istder Gegensatz von jeder, noch mehr aber von ein,es mag nun das letztere das Zahlwort, oder das Ad-jectiv, oder der Artikel sey. Es spricht ein Pradi-cat allen Jndividuis eines GattungsworteZ auf dasbestimmteste ab, und bedarf daher keines bestimm-ten Artikels, so wie es den unbestimmten feiner Na-tur nach so wenig vor sich leidet, als ein anderes,Bestimmungswort»

Es wird so, wie sein Gegensaß ein, auf gedop-pelte Art gebraucht; entweder fo, daß es sein Sub-stantivum ausdrücklich bey sich hat, in welchem Fallees so, wie ein, für den mannlichen Nominativ, undsächlichen Nominativ undAccufativ des Singulars,keine Flexionszeichen Hut, und daher wie ein abeein den übrigen Endungen wie alier deeliniret wird:kein Mensch, keine Blume, kein Thier; kei-nes Menschen, keiner Diume, keines Thieresu. f. f. Es stehet hier sowohl dem Zahlworte einentgegen: es ist kein Mann geblieben; rede mirkein lVort rveirer; als dem 'Adjective ein, in Be-ziehung auf das ander: kein Bruder trauetdem andern; als endlich auch dem unbestimmtenArtikel ein: ich habe noch keinen Brief be-kommen; das rvar kein guter Einfall. Znden beyden ersten Fällen leidet es keinen Plural,wohl aber in dem letzten: ich hübe noch keine

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