Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
662
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662 i.TH. 2. Abschn. 5. Kap.

einigen irrig als ein Substantivum, folglich imSingular unverändert, decliniret wird, der Lieb-ste,) der VVeltweise, die lVclrrveise, der Ver-wandte u. s. f. Den Fämininis dieser Art nochein inn anhangen, ist ein fehlerhafter Überfluß;folglich nicht Verrvandtinn, Vekanntinn, son-dern Verwandte, Bekannte.

Zu diesen Bestimmungswörtern mit vollständi-gen Biegungszeichen gehören denn auch die Adjecti-ve, wenn sie vor einem solchen Substantivo zu stehenkommen, da sie denn selbst, wenn sie kein anderesBestimmungswort vor sich haben, in der drittenDeclination der Adjective, das Substantivum abereigentlich in der ersten stehet. Der Singularist hier, den Vocativum ausgenommen, selten,häufiger der Plural: großer TVeisen Ehre, ar-mer Gelehrten Binder. Im Nominative desPlurals sollte das Substantiv daher hier billig ein nbekommen: große Gelehrten, vortreffliche wei-sen, gepriesene Schonen, berühmte lVeltrvei-sen. Das Fämininum bekommt auch dieses n je-derzeit; allein im Masculino ist das bloße e sehrhäusig, und vielleicht auch richtig, so bald man denschon bey den Adjectiven in diesem Falle bemerkten. Gebrauch, die Nominative gern gleichlautend zumachen, gelten läßt. Wenn man richtig sagt, gro-ße vortreffliche Männer, für große vortreffli-chen Männer, so sagt man auch richtig, großeGelehrte.

Da der Vocativ im Deutschen dem Nomina-tive gleich ist, so ist er es auch hier, selbst mit Bey-behaltung der eben gedachten Gleichförmigkeit in derEndung. Also großer Gelehrter! berühmterWeiser! theuerster Oberster! gepriesene Gro-ße!

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