Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
663
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Von dem Beyworte. §.327. 66z

ße! theuerste Aleine! englische Schöne! jumge Schönen! Und nicht großer Gelehrte!

Daß das Famininum hier von der Gleichför-migkeit mit dem Adjective- abgehet, rühret ohneZweiffel daher, um es von dem Singular Zu unter-scheiden. Junge Schöne, würde unentschiedenlasten, ob eine oder mehrere geineinet ist; jungeSchönen aber hebet alle Mißdeutung.

Ich hatte mich bisher von einem OberdeutschenSprachkenner, welcher die Sache tiefer als anderegeforscht zu haben vorgab, verleiten lasten, diesenVocativ als eine Abweichung von der Regel anzu-sehen, daß der deutsche Vocativ dem Nominativegleich sey. Allein bey genauerer Prüfung ist diefeAusnahme irrig, und die Regel bestehet noch, undzwar so allgemein, als je eine Regel gewesen ist, undseyn kann; wenn man nur den Satz als richtig gel-ten laßt, daß, wenn ein Adjectivum die vollständi-gen BiegnngSzeichen annehmen muß, alle folgende,folglich auch das als Substantiv gebrauchte Adje-ctiv, dieselben im Nominative annehmen; meinguter alter ehrlicher Varer, und nicht mein gu-ter alte ehrliche Vater, zroey gute alte ehrli-che Väter, und nicht zrvey gute alren ehrlichenVäter. Folglich auch, großer Gelehrter! theuer-ste Aleine! und nicht großer Gelehrte! theuer-?sie Rleinen! Daß das Famininum im Plural da-von abweicht, geschiehet, wie schon gedacht, zurVermeidung aller Dunkelheit, indem die höchstemögliche Verständlichkeit allen dawider streitendenRegeln vorgehet.

Zweyte Art, wenn das Bestimmungswortmangelhafte Biegungslaute hat, da denn das Sub-stantiv in den Endungen, wo jenes mangelhaft ist,

Tt 4 diese,