Von dem Pronomme. §. Z45.546. 689
Ich schreibe es mir zu; schämest du dichnichts er war seiner nicht mehr mächtig erüber sich noch darin; sie sreucten sict) jebr»Daß hier kein Nominativ Statt findet, gibt dieNatur der Sache selbst. Der Nominativ ist dasVerhältniß des Subjectes; das Reciprocum stelletdieses Subject in dem Verhältnisse des persönlichenGegenstandes dar. Da nun das Verhältnis; diesesGegenstandes nicht das Verhältniß des Subjectesseyn kann, so folget daraus ganz natürlich, daß dasReciprocum keines Nominatives sahig ist.
Das Reciprocum ist in den meisten Fallen vondem gewöhnlichen persönlichen Peonomine nichtunterschieden; es wäre auch eben nicht nothwendiggewesen, es in den wenigen übrigen Fällen davonzu unterschieden. Indessen ist es um der Deutlich«keit willen eingeführet, in dem Dative und Accusa-live der dritten Person, sie sey nun einfach odermehrfach, das sich zu gebrauchen, weil das ge-wöhnliche Personenwort hier Mißdeutung verursa-chen könnte. Im Oberdeutschen behält man auchim Singular der dritten Person, oft auch im Tati-ve des Plurals das gewöhnliche Personenwort häu-fig bey: keiner lebt ihm selber, für sich selbst;er kann es ihm nicht vorftellen' sie könnenes ihnen nicht einbilden; welches aber im Hoch-deutschen ein Fehler seyn würde»
§. Z46. Wenn die dritte Person ihrem Ge- Jemand,schlechte nach bezeichnet wird, so wird sie schon sehr Niemand,genau bestimmt. Allein eö kommen Fälle vor, wo A^er,das Geschlecht nicht bestimmt werden kann oder soll,wo man von der dritten Person weiter nichts weiß,als daß es ein menschliches Individuum ist. Manhat für diefe Fälle die vier Wörter jemand, nie?mand, einer und man.Ad-l.D.Spr. Te Je-