694 i. Th. 2. Abschn. 6. Kap.
die Zahl desselben ausdrucken, so müßten diese Pro-nomina entweder zwey Zahlen und Geschlechter zu-gleich bezeichnen können, oder man müßte für jedenFall ein eigenes Pronomen haben. Im Deutschenist man hier den Mittelweg gegangen, daher manfür die Possssiva der ersten und zweyten Personzwenerl.'y Wörter für die Zahl der Person hat, wel-che zwar das Geschlecht des Substantives der Sa-che, nicht aber der Person, bezeichnen, in der drittenPerson aber auch im Singular zwey Wörter üblichsind, wovon sein das mannliche und sachliche, ihraber das weibliche Geschlecht der Person bezeichnen,beyde aber zugleich wieder nach dein Geschlecht derSache gebogen werden.
Ein Ding oder eine Person, sie sey männliches,weibliches oder sachliches Geschlechtes, sagt ohneUnterschied: mein Gewinn, meine -Ä?re, meinHaus. Man sagt zu der zweyten Person ohne Un»terschied ihres Geschlechtes: dein Varer, deineFreude, dein Gutes. So auch im Plural derersten und zweyten Person, der seine eigene Possessi-va hat, die sich in ihrer Zahl und Geschlechte wiedernacy dem Substantive der Sache richten: unserDarer, unsere Freundinn, unser Feld, unsereGüter; euer Dacer, eure Freundinn, euepFe.d, euere Güter.
In der dritten Person hingegen wird, außer derZahl der Person, auch noch ihr Geschlecht bezeichnet.Sein Acker, seine Vlume, sein Haus, wenn diePerson, welcher der Besitz zugesprochen wird, mann-liches oder sachliches Geschlechtes ist; aber ihrAcker, ihre Dlume, ihr Haus, wenn sie weibli-ches Geschlechtes ist. Da der Deutsche Plural keinGeschlecht bezeichnet, so lauten auch beyde hier wie-der gleich: »yr Acker, ihre Vlume, ihr Haus;
und