Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
699
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Von dem Pronomine. §. Z59. 699

niret, und leiden kein Substantivum neben sich, kön-nen aber selbst als Substantiv« stehen. Sie wer-den auf doppelte Art gebraucht; entweder in Bezie-hung auf ein vorher gegangenes Substantivum:das ist nicht dein ü.oos, es ist das meinige(das meine); man gab es nicht meinemFreunde, sondern dein dcinigen (dem deinen);nicht um eures Verdienstes willen, sondernum des unsrigen oder unseren; oder ohne alleBeziehung, etwas, das einer bestimmten Person ge-höret, zu bezeichnen; da sie denn als Substantivestehen, und daher auch mit großen Buchstaben ge-schrieben werden können: ich habe das meinigeoder das meine gethan, thut das eurige (eure)auch; sie haben alles das Ihrige s das Ihre)dabey zugesetzt; nimm es von dem Deinigen(dem Deinen), die Meinigcn, die Deinigenu. s. f. meine, deine Angehörigen.

Die erste Form der, die, das deine u. s. f. istim Oberdeutschen am gangbarsten, und wird, umder Kürze und des Sylbenmaßes willen, noch häufigvon den Dichtern beybehalten. Die zweyte ist imHochdeutschen am üblichstem Da die Sylbe ighier bloß den Übergang des Umstandswortes in einAdjectiv ausmacht, dergleichen Falle bereits imvorigen bey den Adjectiven da gewesen, so könnenmciiilI, deinig u. s. f. nicht als Adverbia ge-braucht werden. Nicht es ist meinig, sondernmein, weil ig bloß darum da ist, aus einem Um-standsworts ein Adjectiv zu bilden, welches nicht un-mittelbar und durch einen Sprung geschehen kann,sondern das Umstandswort muß erst die Classe derAdverbien durchgehen»

z. Demow