Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
698
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698 i. Th. 2.Abschü. 6. Kap.

2. Als ein wahres Adjectiv und in Beziehungauf ein vorher gegangenes Substantivum; da denndas Pronomen die vollständigen Biegungszeichenannimmt, auch in denjenigen Casibuö, in welchensie dem conjunctivo fehlen: meiner, deiner, seisnes u. s. f. Das ist nicht dein L.oos, es ijrmeines; man gab es nicht meinem Freunde,sondern deinem; nicht um eures Derdienftesrvillen, sondern um unseres. Der Unterschieddieses Falles von dem vorigen ist leicht zu finden.,In dem vorigen bestimmte das Pronomen zunächstdas Verbum, konnte also nicht anders, als in Ge-stalt eines Adverbii, stehen. Hier beziehet es sichzunächst auf das Substantivum, muß also eoncre-sciert werden, und zwar vollständig, weil es dassel-be nicht unmittelbar neben sich hat.

Bcysah des §. Z58. Das Eigenthum noch genauer zu be-eigen, stimmen, fugt man den conereten Possessivis oftnoch das Wort eigen bey: es iji mein eigen ; seineigenes Gut; unser eigenes Deroienst.

Abstracte §> 359- Die abstracten Possessiva werden aufPossessiva, eine gedoppelte Art von den vorigen abgeleitet, ent-weder unmittelbar, vermittelst des adjecivischen Con-cretions. lautes e, der meine, die meine, dasmeine; so auch der, die, das deine, seine, ihre,unsere, eure, ihre; oder so, daß das Pronomen,als ein eigentliches Umstandswort erst vermittelst derSylbe ig zu einem Adverbio gemacht, und denn erstvermittelst des Lautes e zu einem Adjective concre-scieret wird: der, die, das meimge, deinige, sei-. mge, ihrige, eurige, unsrige, ihrige. In bey -,den Fallen erfordern sie den bestimmten Artikel, wer-den, wie ein anderes Adjectiv, mit demselben decli-

niret,