Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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mit diesem guten Kinde pflegen muß, ist ohnedicß ge-fährlich ; doch genug von mir? Ich habe Ihnennoch für einige durch unsern Herrn Reich mir zuge-schickte Schriften vom Hrn. Prof. Jakobt Dank ab-zustatten, welches ich hiemit ausö verbindlichste thue.Sie zeigen von einem guten Genie, das noch mehrdurch die Ausbildung einer gesunden Kritik reifen wird:auch das Programina hat mir überhaupt wohl gefal-len, ob ich gleich nicht in allem mit dem Verfasserübereinstimme: z. E. in der Stelle S. 4. wo er desGuercino de Cruco Gemälde, die Dido vorstellend,tadelt, daß er nicht die Beschreibungen des Birgilsbesser genutzt.

I'repiils et coextiz etc.

Ich glaube, daß der Maler vollkommen Rechthat.Es giebt gewisse Gränzen in der Maln ey und Poesie,so viel sie sonst Ähnlichkeit mit einander haben, wosie von einander abgehen, die man nicht überschreitenmuß. Wenn uns Virgil die Dido vorstellet: Lsn-xuinsam volusns ^cism, maculis^us tremenrssinterfula Fsnzs, oder die Schwester, wie sie vnZui-bu8 orz koe6st Ätczus atro» siccst vsKs cruores:so halte ichs für schön : so bald es ein Maler malet,wird es ein eckleS Bild, und es zeigt einen grossenVerstand, wenn ein Maler meine Seele, ohne mirEkel zu verursachen, erschüttern kann: Horaß giebcschon den dramatischen Dichtern den Rath, daß dieMedea nicht ihre Kinder auf dem Theater zerfleischensoll, und die Alten haben dieß in den Werken derKunst ungcmem wohl beobachtet. Ich könnte vieles

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