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mehr durch Beyspiel, als Commando e), wenn siewacker sind, sich auszeichnen; streiten sie an der Spitze,so folgt man ihnen »or Bewunderung. Uebrigens darf
D 5 ' Nie.
Angriff genöthiget; denn seine Herrschaft sey von deeBeschaffenkeit, daß die Nation nicht geringere Ge^walt über ihn, als er über sie, habe,
e) Beym Cäsar (Gall. Kr. VI. 2z.) lesen wir freylich,daß die Gewalt der Heerführer sich sogsr über Le-ben und Tod erstreckt habe; aber unser Geschicht«schrcibcr, der andere Nachrichten liefern konnte, be*schrankt auch diese Macht sehr, und mit Recht, nachder Freyheit und Unabhängigkeit, in welcher dieDeutschen lebten, ohne jedoch der Würde zu verge-den: mehr durch vorleuchtendes Beyspiel wurdendie tapferen Deutschen zur Nacheiferung gereizt, undfolgten. Dielleicht hatte es Cäsar von dem Arioviffabgenommen, von dem die Gallcr (Cäsar Gall. Kr,I. Zi.) aussagen, er sey ein grausamer Despot.Vom Cäsar kann man überhaupt die historische Ge»nauigkcit in deutschen Sachen nicht erwarten, wievon dein Tacitus, S. die Einleitung. Vielleichtwollte aber auch Cäsar nur sagen, daß der Heer-führer, als das Haupt im Kriege, so lange erdauert, die Macht habe, Recht zu sprechen, unddie Strafen nach dem Verhältniß der Schuld zu be«stimmen: bey kriegerischen Unternehmungen war iqselbst ein gewisser Zwang zuweilen nothwendig, dergar wohl, wie eine gewisse Strenge und einige Um-Mordnung, mit der Freyheit bestehen konnte-