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die zu Geissesn auch edle Mädchen geben muffen 6),zur Treue starker verpflichtet werde». Sie meynen so*gar, daß in ihnen etwas Göttliches und Prophetischeswohne e) s daher sie auf ihre Rathschlage sehr viel hal»
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d) Auch die Griechen und Römer haben Frauenzimmerals Griffeln gegeben; ein merkwürdiges Beyspiel istdie Clölia, welche die Rönier unter andern Mädchendem Kömg Porsena lieferten. Beym Sueton (inAugust Kap. 20.) lesen wir: der Kaiser habe die ab«gekommene Sitte wieder eingeführt, weil er merkte^baß man in der Auslösung der männlichen Geissclnsaumselig war; diese Stelle verbreitet über die unsereLicht. Man hat also in die Bürgschaft der weibli«chen Geisscln mehr Vertrauen gesetzt.
e) Ob eine Tradition dazu Anlaß gab; wer will es be,weisen? Eine alte Gewohnheit war es freylich beyden Deutschen, die meisten Weibspersonen (S. Ta-<it. Histor. IV. 61.) für Prophetinnen, und wennder -Aberglaube zunahm, für Göttinnen zu halten.Aber einen physischen Grund hat die Sache in demBau und der Temperatur der Schönen. Die ihneneigene Gabe, leicht wahrzunehmen, ihre Empfind-samkeit , ihre lebhafte Phantasie, und andere Eigen»schaften mehr, trugen viel zu dieser Meynung bey.Der deutsche Mann war bekanntlich ein Brauskopf,der auf seine Starke und Waffen trotzte, der alleserzwingen wollte; wie sehr kam ihm da nicht dersanfte und milde Character seiner geliebten Gattin,und ihre Bedachtsamkeit und Klugheit zu Statten,
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