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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
81
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lings über ein weißes Gewand. Hierauf spricht derPriester des Volks, bey öffentlichen Angelegenheilen, mPrivacsachen aber det Hausvater selbst e), ein Gebet,und hebt, mit den Augen gen Himmel gerichtet, jedenReiser dreymal auf, und deutet nach dem vorher ge-machten Zeichen. Sind sie entgegen ; fo wird an demTage nicht weiter berathschlagt: Sind sie aber günstig;so wird noch eine Versicherung von dem Geschrey undFlug der Vogel erfordert f), die man auch hier zuLande zu befragen pflegt g). Eigen ists der Nation h),daß sie auch von Pferden Wahrfagung und Deutungen

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v) Bey den Snnigcn vertrat also der Hausvater dieStelle des Priesters, wie er als das Haupt der Fa-milie in hauslichen oder Privatangelegenheiten auchRichter war.

Q Man zieht noch, um der Sache recht gewiß zu seyn,und die Allzeige zu bestätigen , die Wahrfagcrvögelzu Rathe.

x) Wie bey uns (Römern); aber wahrscheinlich nichtauf dieselbe Art, nicht dieselben Bögel, wenn dieseAuspickn? von welchen die Chaldaer und PhrygierErfinder seyn sollen, bey ihnen üblich waren, wiees nach dem Zeugnisse des Tacitus so scheint.

h) Eigen in der Beziehung auf die Römer: denn dieScythen und Perser hatten auch diese Gewohnheit,oder das RoßorakeK

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