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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
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111
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IIISM»

Sechzehntes Kapitel.

Von den Wohnungen und der Bauart.

ist genug bekannt, daß die deutschen Völker inkeinen Städten wohnen a): nicht einmal vereinigte

Woh.

a) Von dem Cäsar an, bis auf den Tacitus, stimmendie Nachrichten darin übcrein. Sie sahen Städte(noch zur Zeit des Anmuanus Marcellinus XVI 1.)als Gefängnisse und Netze der Freyheit an, und dieMauern der Städte (Tacit. Histor. IV. 64.), als Bolbwerke dcrKnechtschaft. Wenn daher derAusdruckStädtehier und da vorkommt, z. C. von den Sweven oderEhalten beym Cäsar (G.K. VI. 29.); so sind diese keineeigentliche Städte, sondern entweder befestigte Gehölze,die auch die Britannier (Cäsar G. K. V. 21.), wennsie mit Wall und Graben umgeben sind, Städtenennen, oder sie sind (Cäsar IV. 19.) nicht besser,als Dörfer, wie ohngefahr Anfangs die Städte derGriechen: und Mattium kann beym Tacitus (An- -^»nal. I.55-) nicht die Hauptstadt, sondern der Haupt-orl der Chatten hcissen, auch die genannten Städtebeym Ptolemaus (Gcogr. II. 11.), sast hundert an derZahl, sind unmöglich Städte, da Ptolemaus ohnge-fahr sechzig Jahre nach dem Tacitus seine Geographieschrieb, und seine Führer, denen er folgt, nur deut,sche Nachrichten zwischen dem Cäsar und Strabo

geben,